KI macht Lernen schneller – doch 2026 geht es um Inhalte
Blog | AI elearning
Echtes Lernen beginnt nicht mit Wissen, sondern mit Zuhören. Mit dem Mut, Fragen zu stellen, zu zweifeln und zu erforschen. In einer Zeit, in der KI vor allem Antworten liefert, müssen wir lernen, die richtigen Fragen weiterhin zu stellen.
Doch wie verhindern wir, dass wir 2026 in die Falle schneller, oberflächlicher Antworten tappen? Wie halten wir Lernen relevant, tiefgehend und menschlich?
Das ist die Herausforderung vor uns: Wie nutzen wir KI, um Lernen effizienter zu machen, ohne die Essenz echten Lernens zu verlieren?
Rückblick auf 2025: Geschwindigkeit ohne Tiefe
2025 war das Jahr des KI-Hypes. Und das ist nicht per se negativ – Hypes beschleunigen Veränderung. Dank KI können wir heute in Minuten erledigen, wofür früher Tage oder Wochen nötig waren. Wo man früher ein ganzes Team brauchte, um ein Trainingsvideo zu produzieren, übernimmt das heute ein intelligentes Tool automatisch.
Das ist ein enormer Fortschritt. KI spart Zeit, Kosten und Hürden – und gibt uns etwas Wertvolles zurück: Zeit. Zeit, um zu vertiefen, zu verbessern und uns auf Inhalte zu konzentrieren. Wir müssen die Technologie nicht loslassen, aber unseren Fokus verlagern: vom „Wie“ zum „Warum“. Lernen muss wieder echten Unterschied machen.
Gerade weil KI diesen Raum schafft, müssen wir uns fragen: Wie verhindern wir, dass wir 2026 bei Geschwindigkeit ohne Tiefe stehen bleiben? Was ist der nächste Schritt?
Der Wendepunkt 2026: von Quantität zu Qualität
2026 verschiebt sich der Fokus von Produktion zu Bedeutung. Organisationen erkennen, dass Lernen kein Wettrennen ist, sondern ein Weg. Die Frage verändert sich: nicht mehr, wie schnell wir Inhalte erstellen können, sondern warum wir sie erstellen – und was Mitarbeitende wirklich davon haben.
Woher kommt dieser Wandel? Ganz sicher nicht aus dem Nichts. Drei Entwicklungen aus 2025 geben die Richtung vor:
KI-Überlastung im Lernen Laut dem Deloitte Human Capital Trends Report 2025 nutzten 62 % der Organisationen KI zur Erstellung von Lerninhalten, doch nur 27 % sahen eine Verbesserung der Lernqualität. Auch LinkedIn Learning stellte fest, dass Mitarbeitende „mehr Lernstoff, aber weniger Lernwert“ erleben. KI machte Lernen effizienter – aber oft auch oberflächlicher.
Neue Aufmerksamkeit für Ethik und Vertrauen Mit der Einführung des EU AI Acts Ende 2025 rückte das Thema „Responsible AI“ in den Mittelpunkt. Unternehmen erkennen, dass Transparenz über Algorithmen und Datennutzung zur Voraussetzung für glaubwürdiges Lernen wird. Dazu verweise ich gerne auf meinen Blog bei Frankwatching zum Thema Daten- und HR-Privacy.
Integration von Lernen und Kommunikation Aus dem Gartner Connected Learning Workplace Report (2025) geht hervor, dass 70 % der Organisationen ihre Lern- und Kommunikationssysteme bis 2026 integrieren wollen. Lernen verlagert sich in den Arbeitsfluss: kurz, kontextbezogen und eng mit dem Arbeitsalltag verbunden.
Zusammen ergeben diese Entwicklungen ein klares Muster: 2025 war das Jahr des Experimentierens mit KI, 2026 wird das Jahr der Vertiefung.
Die Frage ist nicht mehr, ob wir KI im Lernen einsetzen, sondern wie. 2026 verschiebt sich der Fokus von Tools zu Prinzipien. Drei Trends zeigen, wie Organisationen diesen Wandel gestalten.
Drei KI-Trends, die Lernen 2026 verändern
KI verändert nicht nur, was wir lernen, sondern auch wie wir lernen. 2026 zeichnen sich drei zentrale Entwicklungen ab: Technologie, die Menschen unterstützt, Transparenz, die Vertrauen schafft, und Arbeitsumgebungen, in denen Lernen und Kommunikation zusammenkommen.
Menschenzentrierte KI Der Fokus verschiebt sich von „KI ersetzt den Trainer“ zu „KI unterstützt den Lernenden“. Intelligente Plattformen verbinden Technologie mit menschlicher Begleitung. Wie Harvard-Professor Chris Dede sagt: „AI should be the coach, not the player.“
Datenethik als Standard Nach der Privacy-Welle von 2025 steht nun Vertrauen im Mittelpunkt. Der EU AI Act verpflichtet Organisationen offenzulegen, wie Algorithmen funktionieren. Wer transparent mit Daten und Entscheidungen umgeht, gewinnt das Vertrauen der Mitarbeitenden.
Lernen = Kommunikation Dieser Punkt ist für mich besonders spannend: Lernen, Teilen und Zusammenarbeiten wachsen immer stärker zusammen. Wo Intranet, LMS und Chat-Tools früher getrennt waren, entsteht heute eine digitale Arbeitsumgebung, in der Wissensaustausch, Feedback und Microlearning sich gegenseitig verstärken. Lernen verlagert sich in den Flow of Work – kurz, relevant und in den Arbeitsalltag integriert.
Bereits 2018 (!) beschrieb Josh Bersin, dass echtes Lernen im Flow of Work entsteht – integriert in die tägliche Arbeit, nicht außerhalb davon. Diese Idee gewinnt 2026 mehr Bedeutung denn je. Seine Videoanalyse zu Learning in the Flow of Work macht das deutlich.
Die neue Rolle von L&D und Kommunikation: vom Produzenten zum Guide
Diese Entwicklungen verändern nicht nur, wie wir lernen, sondern auch, wer dabei die Verantwortung trägt. Was bedeutet das für die Menschen, die täglich mit Lernen und Kommunikation arbeiten – L&D- und Kommunikationsverantwortliche?
Die Rolle von L&D verändert sich grundlegend. Während es 2025 um Produzieren ging, geht es 2026 um Einordnen. Nicht alles, was KI generiert, verdient einen Platz in der Lernbibliothek.
Der Lernprofi wird zum Guide: Er entscheidet, was relevant ist, was stimmt und was zur Unternehmenskultur passt. Gleichzeitig rückt die interne Kommunikation an den Tisch. Bedeutung entsteht erst, wenn Lernen an die Praxis anschließt. Wenn Menschen Erfahrungen teilen, sich Feedback geben und aus Erfolgen wie Fehlern lernen, bekommt Wissen echten Wert.
Was Organisationen 2026 tun sollten
Wer 2026 den nächsten Schritt gehen will, muss drei strategische Entscheidungen treffen:
Vom Tool zur Strategie KI ist kein Projekt, sondern Teil deiner Lernstrategie. Definiere zuerst, warum du KI einsetzt: um Zeit zu sparen, Qualität zu steigern oder Inklusion zu fördern. Erst danach folgt die Tool-Auswahl.
Den menschlichen Maßstab neu entdecken KI kann Lernen schneller machen, aber nicht menschlicher. Technologie unterstützt – echtes Wachstum entsteht, wenn Menschen Raum zum Nachdenken, Ausprobieren und gemeinsamen Lernen bekommen.
In digitale Ethik und Vertrauen investieren Transparenz über Daten, Quellen und KI-Entscheidungen wird entscheidend. Nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch. Mitarbeitende müssen wissen, dass ihre Lerndaten sicher sind – und zu ihrem Vorteil genutzt werden.
Zum Schluss: KI lernt schnell, Menschen lernen besser
Die Zukunft des Lernens liegt nicht bei Technologie oder Menschen allein, sondern in ihrem Zusammenspiel. Bedeutung entsteht nicht in Systemen, sondern in Gesprächen – dort, wo Erfahrungen geteilt, Feedback gegeben und aus Erfolgen wie Fehlern gelernt wird.
Genau hier treffen Lernen und interne Kommunikation aufeinander.
Ich arbeite seit Jahren bei Fellow Digitals, wo wir sowohl ein leistungsstarkes Intranet (für interne Kommunikation) als auch ein LMS (für Lernen) entwickeln. Dadurch sehe ich aus nächster Nähe, wie stark diese beiden Welten zusammenwachsen. Die Grenzen zwischen Lernen, Wissensaustausch und Kommunikation verschwimmen zunehmend – gut zu sehen, dass die Technologie hier dem Menschen folgt, nicht umgekehrt.
Zum Abschluss noch eine kleine Weisheit – ganz im Sinne von Elke Wiss (Sokrates auf Sneakers): Mit KI laufen wir Gefahr, klüger zu wirken, ohne weiser zu werden. Denk darüber einmal nach 😊
AI kann Lernen beschleunigen — aber Qualität macht den Unterschied. Sieh, wie unser LMS sinnvolles Lernen unterstützt, integriert in den Arbeitsalltag.
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