Datensouveränität vs. Datenresidenz: Was ist der Unterschied?
Blog | Datenschutz
Cloud-Software, KI und internationale Gesetze führen dazu, dass Unternehmen ihre Daten kritischer betrachten als je zuvor. Dabei geht es nicht nur darum, wo Daten gespeichert werden, sondern auch darum, welchem Recht sie unterliegen.
Deshalb begegnen Dir immer häufiger die Begriffe Datensouveränität und Datenresidenz. Sie werden oft synonym verwendet, beschreiben jedoch zwei unterschiedliche Konzepte. In diesem Blog erklären wir, was beide Begriffe bedeuten, worin sie sich unterscheiden und warum dieser Unterschied wichtig ist.
👉 Lies auch: Europa, wacht auf: Trump frühstückt Eure (KI-)Daten, in dem wir bereits über digitale Souveränität und die wachsende Abhängigkeit Europas von ausländischen Cloud- und KI-Anbietern geschrieben haben
Datensouveränität und Datenresidenz: Zwei Begriffe, die oft verwechselt werden
Datensouveränität und Datenresidenz werden häufig in einem Atemzug genannt. Dennoch beantworten sie unterschiedliche Fragen:
Datensouveränität: Welchem Recht unterliegen meine Daten?
Datenresidenz: Wo werden meine Daten gespeichert?
Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick klein, ist aber entscheidend. Ein Unternehmen kann seine Daten in einem europäischen Rechenzentrum speichern und trotzdem von ausländischen Gesetzen betroffen sein. Umgekehrt sagt das anwendbare Recht nichts über den physischen Speicherort der Daten aus.
Was ist Datensouveränität?
Datensouveränität beschreibt, welche Gesetze und Vorschriften für Daten gelten. Sie legen fest, was mit Daten geschehen darf und wer unter bestimmten Voraussetzungen darauf zugreifen kann.
Viele Unternehmen gehen davon aus, dass Daten automatisch dem europäischen Recht unterliegen, wenn sie in einem Rechenzentrum innerhalb Europas gespeichert werden. Das klingt logisch – ist aber nicht immer richtig.
Praxisbeispiel
Ein deutches Unternehmen nutzt Software eines amerikanischen Anbieters. Alle Daten werden in einem Rechenzentrum in Frankfurt gespeichert.
Aus Sicht der Datenresidenz befinden sich die Daten also in Deutschland.
Dennoch kann US-amerikanisches Recht – beispielsweise der CLOUD Act – unter bestimmten Umständen Anwendung finden. US-Behörden können den Anbieter verpflichten, Daten herauszugeben, obwohl diese physisch in Deutschland gespeichert sind.
Datenresidenz: Deutschland
Datensouveränität: Vereinigte Staaten
Warum ist Datensouveränität wichtig?
Daten gehören heute zu den wichtigsten Vermögenswerten eines Unternehmens. Personenbezogene Daten, Finanzinformationen, interne Kommunikation, Projektdokumentationen und Unternehmenswissen sind entscheidend für den täglichen Geschäftsbetrieb.
Wer Daten in der Cloud speichert, möchte wissen, wie sie geschützt werden und welchem Recht sie unterliegen. Das ist wichtig für Datenschutz, Compliance und Vertrauen.
Schau deshalb nicht nur auf die Funktionen einer Software. Prüfe auch, welchem Recht Deine Daten unterliegen, wer darauf zugreifen kann und wie der Softwareanbieter mit Datenschutz und Informationssicherheit umgeht.
Was ist Datenresidenz?
Während sich die Datensouveränität auf die rechtlichen Rahmenbedingungen bezieht, beschreibt die Datenresidenz den physischen Speicherort von Daten.
Das kann ein Rechenzentrum in Deutschland, den Niederlanden oder einer anderen Cloud-Region sein.
Für viele Unternehmen ist dies ein wichtiges Auswahlkriterium. Sie möchten beispielsweise, dass ihre Daten innerhalb Europas oder sogar ausschließlich in Deutschland gespeichert werden.
Kurz gesagt: Datenresidenz beantwortet die Frage: Wo werden meine Daten gespeichert?
Warum ist Datenresidenz wichtig?
Der Speicherort von Daten beeinflusst Compliance, Leistung und Verfügbarkeit.
Gleichzeitig solltest Du wissen, dass Cloud-Anbieter häufig mehrere Rechenzentren für Back-ups und Disaster Recovery nutzen. Frage deshalb nicht nur, wo die Primärdaten gespeichert werden, sondern auch, wo sich Sicherungskopien befinden.
So merkst Du Dir den Unterschied
Although the two concepts are closely related, they answer different questions.
Warum ist das bei der Auswahl einer Software wichtig?
Immer mehr Unternehmen verarbeiten sensible Informationen in Cloud-Software – beispielsweise in HR-Systemen, CRM-Lösungen, KI-Plattformen, Intranets oder Learning Management Systemen.
Bei der Auswahl eines Softwareanbieters solltest Du deshalb nicht nur auf Funktionen und Preis achten.
Stelle zum Beispiel folgende Fragen:
Wo werden unsere Daten gespeichert?
Welchem Recht unterliegen unsere Daten?
Wer hat Zugriff auf unsere Daten?
Wie werden Back-ups verwaltet?
Über welche Zertifizierungen und Sicherheitsmaßnahmen verfügt der Anbieter?
Softwareanbieter, die offen und transparent über diese Themen informieren, helfen Unternehmen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Fazit
Technologie entwickelt sich rasant und Gesetze entwickeln sich mit. Deshalb solltest Du nicht nur wissen, was eine Softwarelösung kann, sondern auch, wie Deine Daten geschützt werden.
Frage Softwareanbieter deshalb nicht nur, wo Deine Daten gespeichert werden, sondern auch, welchem Recht sie unterliegen. Erst beide Antworten zusammen geben ein vollständiges Bild darüber, wie sorgfältig ein Anbieter mit Deinen Daten umgeht.
Wie geht Fellow Digitals mit Deinen Daten um?
Bei Fellow Digitals sind wir überzeugt, dass Unternehmen genau wissen sollten, wo ihre Daten gespeichert werden und welchem Recht sie unterliegen. Deshalb sind Transparenz, Informationssicherheit und Compliance feste Bestandteile unserer Lösungen.
In unserem Trust Center findest Du ausführliche Informationen zu:
Datenresidenz und Hosting
Informationssicherheit und Zertifizierungen (ISO 27001, ISO 27701 und NEN 7510)
Datenschutz und DSGVO
KI und den EU AI Act
Sub-Prozessoren und technische Sicherheitsmaßnahmen
👉 Besuche das Fellow Digitals Trust Center und erfahre, wie wir Unternehmen dabei unterstützen, Daten sicher, transparent und verantwortungsvoll zu verwalten.
Wir freuen uns, unser Wissen mit dir zu teilen
Weitere Blogs