Wie starte ich mit meinem Schulungsvorhaben?

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Die Schulung und Qualifizierung von Mitarbeitern ist ein komplexes Unterfangen und bedarf vieler Vorbereitungsschritte. Ganze Lehrgänge beschäftigen sich mit der Produktion von Kursen und Kursmaterial. Hier setzen wir einfacher an und konzentrieren uns auf 5 grundlegende Schritte für interne Schulungsprojekte mit eLearning Unterstützung. Wie du ohne professionelle Hilfe deine eigene eLearning Schulung vorbereiten und durchführen kannst, zeigen wir in diesem Artikel. 

1. Zielgruppe und Lernziele festlegen

Der erste Schritt im Schulungsprojekt ist die Vorbereitung auf das Lernziel – den Sinn und Zweck des gesamten Unterfangens. Jedes Unternehmen und jede Abteilung verfolgt individuelle Lernziele, doch stellen wir uns einmal vor, es gehe um Mitarbeiter aus der Fertigung, die zur Mitarbeit an einem Produkt qualifiziert werden sollen. In diesem Fall notierst du: Fertigungsabteilung (120 Mitarbeiter) und Selbstständige Mitarbeit am Produkt XY. Aus dem Lernziel wird die Lernmethode abgeleitet. In diesem Fall gehen wir davon aus, dass du dich für eLearning entschieden hast, doch es ist natürlich ebenso gut möglich, Präsenzschulung oder einen Methodenmix (Blended Learning) anzubieten.

Auch wenn dir völlig klar ist, um welches Lernziel es bei deinem Schulungsprojekt geht, halte es einmal schriftlich fest und führe es dir ab und zu vor Augen. Es hilft dir, den Fokus auf dem Wesentlichen zu behalten. Vielleicht stellst du hierbei fest, dass es unterschiedliche Lernziele gibt oder Lerngruppen mit unterschiedlichen Voraussetzungen starten? 

Gleiches gilt für die Zielgruppe. Das schönste eLearning Projekt nützt nichts, wenn es nicht für die Zielgruppe erstellt wurde und deren Anforderungen und Bedürfnisse erfüllt. Vielleicht ist die Zielgruppe eher jung und video-affin? Vielleicht schätzen es Personen aus der Zielgruppe, umfassendes Hintergrundwissen in Textform zu erhalten, vielleicht ist aber auch von vornherein klar, dass lange Texte nicht gelesen werden? Du kannst mit einem eLearning Kurs zwar niemals allen Wünschen gerecht werden. Aber du kannst die Darstellung der Inhalte auf grundlegende Eigenschaften der Zielgruppe anpassen und somit darauf hinarbeiten, bestmögliche Lernergebnisse zu erzielen.

Tipp: Auch wenn es unterschiedliche Lerngruppen und/oder -ziele gibt: Starte mit nur einem Kurs. Diesen kannst du später duplizieren und anpassen. 

2. Team zusammenstellen

Die wenigsten Schulungsersteller sind ganz alleine für ein Schulungsprojekt verantwortlich, meist sind Kollegen, Assistenten, IT oder Dienstleister involviert. Für den Review-Prozess ist es tatsächlich auch besser, wenn andere Personen beteiligt sind und Fachwissen und Feedback beisteuern. Dennoch ist es mit einer übersichtlichen eLearning Software auch möglich, allein Kurse zu erstellen. In diesem Fall übernimmst du mehrere bzw. alle der nun folgenden Rollen und Aufgaben.

Folgende Rollen sind während des Schulungsprozesses wichtig und sollten von einer oder mehreren Personen übernommen werden:

  • Als Autor erstellst du den eLearning Kurs. Ggf. gibt es hier noch Verfasser außerhalb des eLearning Kurses, z. B. Fachexperten, die PowerPoint Präsentationen oder (Produkt-)Videos erstellen. Tipp: Wenn der Verfasser eine größere Rolle in deinem Schulungsprozess trägt, weise auch ihm eine Autorenrolle zu.

  • Der Auditor überprüft die eingestellten Inhalte und später auch die dazugehörigen Lernergebnisse.

  • Der Assistent übernimmt die Verwaltung im Hintergrund. Das Hinzufügen, Gruppieren und ggf. Entfernen von Kursteilnehmern gehört hier u. a. dazu.

  • Als Trainer begleitest du den Lernprozess mit den Teilnehmern, d.h. du bewertest offene Fragen und Essay-Aufgaben, gibst Feedback und beantwortest ggf. aufkommende Fragen der Teilnehmer.

Am Anfang des Schulungsprozesses ist logischerweise der Autor am meisten gefragt. Doch es hilft, wenn du dir über die weiteren Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten bereits jetzt im Klaren bist und ein Team zusammenstellst, das über die weiteren Schritte gemeinschaftlich entscheidet.

 

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3. Material sammeln

In den allermeisten Fällen ist bereits Material für den Schulungszweck vorhanden. Gute Beispiele sind: PDF mit Spezifikationen und technischen Daten, veranschaulichendes Videomaterial oder PowerPoint Präsentation über wichtige Funktionen und Merkmale.

Sichte das Material und überlege, welche Bestandteile davon theoretisch brauchbar für die eLearning Schulung sind. Diese Bestandteile sind möglicherweise noch zu lang oder kurz, zu vage oder zu detailliert, vielleicht fehlt das ganze Modul oder nur ein Abschnitt.

Tipp: Wenn nur wenig Material vorhanden ist, greife auf eine PowerPoint Präsentation zurück und sammle damit zunächst Wissen und Erfahrungen. Die PowerPoint Präsentation kannst du später im eLearning konvertieren.

4. Software auswählen

Nachdem du Material gesichtet hast und dich in die organisatorische Planung des Schulungsprojekts eingearbeitet hast, geht es daran, die eLearning Software auszuwählen. Viele Tools bieten kostenlose Testversionen, also probiere dich aus und teste mehrere Systeme. Nicht vergessen, dir dabei Vorteile und Nachteile der Tools zu notieren.

5. Loslegen und on-the-go verbessern

Glückwunsch! Du bist jetzt offizieller Akademie-Besitzer oder Inhaber eines Autorentools und kannst die Kurserstellung voll und ganz angehen. Neben den Inhalten spielen die Qualifizierungs- bzw. Testfragen jetzt eine große Rolle (Tipps für die Erstellung von Testfragen findest du hier). Test-Teilnehmer und die Möglichkeit für Feedback sind gute Mittel, um die Qualität zu überprüfen und zu steigern. Es muss kein perfekter Kurs sein, sondern du kannst on-the-go viele Aspekte nach und nach verbessern.

Mach dort weiter, wo du mit deiner Testversion aufgehört hast. Geh zunächst diesen provisorisch angelegten Kurs durch und notiere, was dir auffällt. Vielleicht liegt es schon einige Zeit zurück, dass du den Kurs angelegt hast, und so hast du vielleicht einen mehr oder weniger frischen Blick darauf. Nutze diesen Abstand zu deinem Vorteil! In Zukunft wird die „Betriebsblindheit“ für diesen Kurs zunehmen, und du wirst immer mehr auf das Feedback anderer angewiesen sein.

Erweitere dein Kursangebot außerdem regelmäßig. Neue Module oder Aufbaukurse halten das Wissen der Teilnehmer frisch. Durch aufeinander aufbauende Kurse (Lernsequenzen) hast du außerdem die Möglichkeit, Lerngruppen zu unterschiedlichen Zeitpunkten abzuholen: während manche Lerngruppen den ersten Kurs als Einführung benötigen, steigen fortgeschrittene Lerngruppen erst bei Kurs 2 oder 3 ein. So vermeidest du Frust und Langeweile und führst alle zusammengehörenden Teilnehmer letztendlich wieder in einer einzigen Lernumgebung zusammen

Fazit: Schulung vorbereiten ohne Stress

Mit der richtigen Vorbereitung und Umsetzung muss ein Schulungsvorhaben nicht stressig oder überwältigend sein. Nutze vorhandenes Material und sei bereit, es für das eLearning-Format anzupassen. Denke daran, dass eLearning eine praxisnahe Methode ist, die im Alltag helfen soll. Behandle es entsprechend und deine Schulung wird ein Erfolg sein.


Annika Willers

Manager Internal Communication

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